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El Juez –
Die verlorenen Kinder

Oper von Christian Kolonovits

Libretto: Angelika Messner

Übersetzung ins Spanische: Adan Kovacsics

Uraufgeführt am 26. April 2014 im Teatro Arriaga in Bilbao

Mit: José Carreras, Sabina Puertolas, José Luis Sola, Carlo Colombara u.a.

Dirigent: David Giménez

Regie: Emilio Sag

Aufführungsrechte: Sotto Voce Edition

„Es ist nur eine Geschichte aus dem Reservoire faschistischer Gräueltaten im 20. Jahrhundert, aber eine der infamsten: In Francos Spanien entführte man zwischen 1939 und 1975 tausende Kinder, steckte sie in Klöster und Waisenhäuser, um sie im Sinne des Regimes umzuerziehen. Ihre Namen wurden geändert, ihre ursprünglichen Eltern, Gegner der Franco-Herrschaft, wurden als Kriminelle, Atheisten und sogar Mörder geschmäht, oft ausgelöscht. … Dass José Carreras, selbst Sohn katalanischer Republikaner und Franco-Gegner, nach achtjähriger Opernabstinenz noch einmal wiederkehrt, um in einem Werk des österreichischen Komponisten Christian Kolonovits aufzutreten, liegt gewiss am Stoff, der die Geschichte der verlorenen Kinder aufgreift. Das Libretto zu ‚El Juez‘ schrieb Angelika Messner. Es geht um den Richter Federico Ribas, der auf Druck des Geheimpolizeichefs Morales dekretieren soll, dass die Archive geschlossen bleiben. Ribas ist selbst ein verlorenes Kind und wurde im Kloster aufgezogen. Der Liedermacher Alberto García setzt mit seinen Liedern und der Suche nach seinem verlorenen Bruder eine Volksbewegung gegen das Schweigen von Politik und Kirche in Gang. Ribas unterschreibt den Erlass, ist aber hin- und hergerissen. Es kommt zur Konfrontation mit den Demonstranten, endlich durch die Journalistin Paula zur Begegnung von García und Ribas. Längst weiß der Zuschauer, dass die beiden Brüder sind, denn einst gab die Mutter vor dem Raub dem Kind einen Seidenschal mit, wovon auch Garcías aufrührerisches Lied handelt. Während Ribas plötzlich die Zusammenhänge erkennt, braut sich vorm Kloster ein Sturm zusammen. Die Äbtissin, einst wegen der Kindesentführungen als ‚schwarze Elster‘ verschrien, sieht ihr vermeintlich so christliches Umerziehungswerk in Gefahr. Morales hat inzwischen die kleine Tochter des Richters entführen und ins Elternhaus von García bringen lassen, um so alle gegeneinander auszuspielen. Doch Alberto ist kein Räuber, er gibt das Kind zurück, wird vom Geheimdienst angeschossen und erfährt sterbend, dass Ribas der gesuchte Bruder ist.
… ein aufregender, verstörender Stoff … Wucht der Szenen …“ (Süddeutsche Zeitung)

„‚Herz du kommst nicht mehr zur Ruh und der liebe Gott schaut zu‘: Es sind kleine Kinder mit großen, angstvollen Augen, die dieses traurige Lied allein und verlassen in der Uraufführung der Oper ‚El Juez‘ im Festspielhaus in Erl in einer Videoprojektion singen. … Das ansprechende und tiefgründige Libretto stammt von Angelika Messner und wurde ins Spanische übersetzt. … Stehende Ovationen im ausverkauften Festspielhaus in Erl. (Kurier)

„Christian Kolonovits ist bisher vor allem als Arrangeur, Produzent sowie Komponist von Schlagern und Popmusik hervor getreten. Umso erstaunlicher, was ihm mit ‚El Juez‘ gelungen ist. Keine irgendwie neutönende Oper, aber ein recht frischer Zweieinhalbstünder, der die Spannung hält und einige Ohrwürmer bietet. Nicht zu komplex, aber auch nie wirklich trivial. … Librettistin Angelika Messner verbindet klug Historie und private Schicksale.“ (Deutschlandfunk)

„Tosender Applaus, Bravo-Rufe, Standing Ovations: Die Premiere der Oper ‚El Juez‘ des österreichischen Komponisten Christian Kolonovits mit Startenor José Carreras in der Titelrolle wurde stürmisch gefeiert.“ (Tiroler Tageszeitung)

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Fotos © Andreas Haunold