Eine Collage mit Texten von Franz Grillparzer

von Angelika Messner

2003 Literaturpreis der Theodor-Kery-Stiftung

In einer Nacht im März 1827. Grillparzer hat den Auftrag erhalten, für Beethoven die Grabrede zu schreiben. Eine persönliche Krise scheint ihm das Verfassen dieses Textes unmöglich zu machen. In der Konfrontation mit seinen eigenen Gedanken erkennt er, dass er zu wirklicher Liebe nicht fähig ist, empfindet das negative Vaterbild seiner Jugend und fühlt die Schuld am Selbstmord der Mutter, den er lange verleugnet hat. Über die Liebe zu Beethovens Musik und die Erkenntnis, dass der Komponist sich mit Mut über die Konventionen der Zeit hinweggesetzt hat, gelingt es Grillparzer, seine negativen Gefühle hinter sich zu lassen und die Grabrede zu schreiben.